Wie bei allen fossilen Energierohstoffen ist auch bei Erdöl der Vorrat endlich. Dies bedeutet jedoch nicht, dass der Welt schon in naher Zukunft das Öl ausgeht. Im Gegenteil, trotz höherer Förderung sind die globalen Rohölvorräte im vergangenen Jahr auf einen neuen Rekordstand gestiegen.

Bei der Einschätzung von Erdölvorräten unterscheidet man zwischen Reserven und Ressourcen:

Erdölreserven sind diejenigen Ölmengen, die durch Bohrungen bestätigt und mit heutiger Technik rentabel gefördert werden können.
Erdölressourcen sind nachgewiesene oder geologisch potenzielle Mengen an konventionellem und unkonventionellem Erdöl, die derzeit wirtschaftlich oder technisch noch nicht gewinnbar sind.

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Daraus folgt, dass man aus den aktuell bestätigten Ölreserven weder die Reichweite noch ein Ende des Ölzeitalters ableiten kann. Die Einstufung von Ölvorräten als Ölreserven ist abhängig von der Rohölpreisentwicklung und dem technischen Fortschritt bei der Ölförderung.

Der weltweite Bedarf an Erdöl beträgt derzeit rd. 3,8 Mrd. Tonnen jährlich. Die mit konventioneller Technik weltweit gewinnbaren Ölreserven belaufen sich dabei auf 226 Milliarden Tonnen. Dazu kommen weitere 332 Milliarden Tonnen erschließbarer Ressourcen konventionellen Öls sowie die in Ölschiefern und bituminösen Sanden enthaltenen Mengen.

Unabhängig von den aktuell und künftig verfügbaren Erdölvorräten stehen bereits heute alternatvie flüssige Energieträger zur Verfügung. Sie können in der Zukunft wesentlich zur Energieversorgung beitragen, da die Technologie zur effizienten Gewinnung solcher Kraft- und Brennstoffe weiterentwickelt wird. Nach Ansicht des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV) werden der Aufbau und Ausbau von Kapazitäten zur Verflüssigung von Gas, Biomasse und auch Kohle den Bedarf an Rohöl und damit die Abhängigkeit von Erdöl und Erdgas exportierenden Ländern abschwächen.
 
Hohe Versorgungssicherheit auch in der Zukunft!